Winterangeln am Hardangerfjord 2011

Vier Jahre später, mal wieder Februar. Gilbert, Steff, Frank und ich, sowie unsere weiblichen Begleitungen verabredeten sich schon vor einem Jahr, es 2011 mal wieder Zeit, es  bei Ingvard unserem norwegischen Vermieter zu versuchen. Viele gute Zeiten und schöne Fische erinnerten uns an die vergangenen Trips. Die Mädels können relaxen, ihren Stress in Deutschland vergessen und wir machen den Fjord unsicher. In den ersten Tagen spielte das Wetter noch nicht richtig mit (viel Wind), so dass wir uns noch nicht richtig entfalten konnten. Die Seelachse waren aber da, wir mussten nur auf etwas schwerere Pilker wegen der schnelleren Drift zurückgreifen. Wir angelten in ca. 90 bis 100 Meter Tiefe, da müsse die 100 g erst ein Mal runter. Die ersten schönen Fische wurden gefangen mit Gewichten bis zu 6 kg. Da ist schon mächtig Tumult am leichten Gerät. Für manche Fische brauchten wir gute 15 Minuten um ihnen den Weg ins Boot zu zeigen. Die Fischkisten waren aber immer gut gefüllt, jeder fing seinen Fisch.
Der Vollmond kam und das Wetter wendete sich zur guten Seite. Am Tag strahlender Sonnenschein, nachts Sternenklar mit Temperaturen von minus 10 Grad. Leider blieben die Fische von dem schönen Wetter völlig unbeeindruckt und beschränkten ihre Aktivitäten auf maximal 3-4 Stunden am Tag. Da blieb nicht viel Zeit unsere Gegenspieler zu finden und wer zu spät kommt, den betraft nicht nur das Leben sondern auch der Fisch. Zum Glück blieben unsere schuppigen Freunde ihren Standort einigermaßen treu und Dank der elektronischen Ausrüstung waren sie auch schnell gefunden, so dass wir recht immer ein paar nette Seelachse von unseren Jensen Pilker überzeugen konnten. Fische bis 6 kg an einer leichten Rute und dünner Schnur zu rillen macht uns mehr Spaß als ständig das schwere Gerät zu benutzen.

Die sogenannten Grundfische waren in diesem Winter so gut wie nicht anzutreffen. Es wurde kaum ein Leng oder Dorsch gefangen. Auch die Seehechte waren wie ausgestorben (oder abgefischt), auch der sonst übliche Beifang wie Rochen oder Haie waren weniger geworden. Haie wurden gar keine gefangen. Nur die Kraken vergriffen sich noch regelmäßig an den am Grund angebotenen Fischfetzen. Frank hatte immer eine Rute am Grund zum schleppen ausgelegt. Manchmal drifteten wir mehrere Km am Tag ohne einen Biss. Das hat es so noch nie gegeben. Lag es wirklich nur am Wetter (Mond)? Zum Ende der Reise hin nahm die Aktivität der Seelachse wieder enorm zu, so dass man wahre Massenfänge machen konnte. Aber am Grund änderte sich nix.

Eine Andere Leidenschaft von mir ist das Plattfisch angeln vom Ufer aus. In den letzten Jahren haben wir hier immer gute Fänge gemacht. Dieses Jahr mussten wir auch hier neu lernen. Es biss nicht mit zunehmender Flut und auflaufenden Wasser sondern fast nur bei absoluten Tiefststand. Keine Ahnung wieso. Und wenn am Vorfach keine roten (rot, nicht rosa oder so ähnlich) Perlen waren, dann haben die platten Göttinnen den Köder ums Verrecken nicht angesehen. Zum Glück kannte ich ihre Vorlieben und konnte ein paar schöne Exemplare überlisten. So gingen die paar Tage bei Ingvard zu Ende, unsere Mädels machten einen entspannten Eindruck also Urlaub hat sich gelohnt.

So verließen wir das Camp mit gut gefüllten Fischkisten in einem sehr relaxten Zustand.

Winterangeln am Hardangerfjord 2007

Nachdem wir schon im Sommer in der Region Hardanger gefischt hatten und sehr zufrieden waren, wollten wir diesmal im Winter probieren.

Unser Sportfreund Waldy aus Bayern fährt schon seit Jahren im Februar in die Region und schwärmt vom dicken Kabeljau. Dieser kommt zwar nicht in Massen vor, ist aber trotzdem gut vertreten. Gesagt getan, trafen wir uns alle ende Februar in Olve, bei unserem Vermieter Ingvard Haavik, in seiner gepflegten, gemütlichen und schönen Anlage. Hervorragend ausgestattet für Angler. Platz für die Tausend kleinen Sachen der Angler, Filetierplatz, schöne Boote die gut motorisiert sind und kurze Wege, worauf die Angler immer immer Wert legen.

 Für Personen die die Natur lieben und gerne wandern, wird es auch nicht langweilig, denn es giebt immer was zu entdecken. Auch im kleinen Ort Olve ist alles vorhanden was man braucht, Sparmarkt, mit gutem Angebot ( auch Angelzeug ), Tankstelle, die einen auch den Sprit für die Bootsmotoren mixen und eine Bank für eventuelle Engpässe in der Geldbörse. Bei vielleicht auftretenden Problemen einfach den Vermieter Ingvard Haavik fragen, er spricht ein aus- gezeichnetes Deutsch und ist sehr freundlich und hilfsbereit. Der Wettergott hatte in der Zeit, die uns zum Angeln blieb, seine ganze Palette ausgepackt. Aber da man nicht weit fahren muss, um an den Fisch zu gelangen, interessiert das Wetter weniger. Sehr gute Fangplätze liegen schon in der olvebucht in Sichtweite. Schon allein vom Ufer ist ein guter Plattfischfang möglich, da man in geringer Distanz vom Ufer schon 20m Wassertiefe hat. Die besten Köder für die Platten waren Heringsfetzen und mitgebrachte Tauwürmer. Wir angelten nur blos mit einem haken, also nicht mit Plattfischsystemen vom Brandungsangeln, sondern wie beim Aalfischen nur noch mit Lockperlen.

Jetzt aber zu den Fischen, weswegen wir gekommen sind, Sie waren da, aber wo?? Die Suche begann. Aber erst hieß es mal die Heringe zu finden, die wir als Köder verwenden wollen und die uns zu den ,, Großen Räubern " führen sollen. Nachdem wir sie gefunden haten und sie frisch an unsere 9/0 Haken montiert hatten, stellte sich der Erfolg auch bald ein. Wir fingen Fische, die ich nicht vermutete um diese Jahreszeit und bei diesem Wetter, Kraken, Fleckhai und Rochen. Es waren auch nicht blos einzelne Exemplare, sondern wir haben viele gefangen, Rochen bis 8Kg, die Fleckhai waren reichlich und klein, so um 70 cm und die Kraken frischten die bunte Palette noch auf. Nach zwei bis drei Bissen von Rochen und Fleckhai, spürte man schon beim Anschlag, wer sich in großer Tiefe an unseren leckeren Heringsfilets vergriffen hatte.

Dann hieß es wieder einen alten Sack nach oben zu pumpen, nur Masse und keine Flucht. Zum Glück hatten wir genügend Heringe zum ködern, sonst hätten wir uns über diese Kameraden bald nicht mehr gefreut, die uns die Filets klauten. Aber auf einmal waren sie da, die Fische die wir suchten. Man spürte es schon am Biss, das hier etwas Anderes sich den Köder geschnappt hatte, die Fluchten waren größer und explosiver und da wir nicht mit dem gröbsten Gerät fischten, gaben wir bereitwillig Schnur und wurden mit einen schönen Drill belohnt.

Dies spürten vor allem unsere bayrischen Fischerfreunde, die oft an feinem Gerät einen Dicken aus der Tiefe holten. Wie man sieht zwei strahlende Angler mit wunderschönen Schellfisch (gefangen mit Spinn- rute, 0,28 mm mono Schnur und 60 gr Zocker) und 10 Kg Kabeljau. Anglerherz was willst du mehr?? Ich war am zweiten Angeltag auch schon rundum zufrieden, da ich meinen ersten Seehecht meines Lebens gefangen habe, der war nicht mal von schlechten Eltern und brachte fast 5 Kg auf die Waage, es konnte nur noch besser werden. Und es wurde besser. Am nächsten Morgen bestiegen wir wieder unser Boot und ab ging die Post, punktgenau zu unserem lieblingsplatz, den mein Freund Peter nicht verfehlte, dank Navi und Echolot. Er war der beste Navigator, das ist schon wichtig wenn man eine kleine Erhebung unter Wasser finden will, damit man seine Köder optimal zur Drift plaziert.

An diesem Tag küsste mich Fortuna, denn schon nach kurzer Zeit hielt etwas meinen Hering kräftig am Boden fest. Für einen Moment dachte ich an einen Hänger, doch dieser kam in Bewegung und machte garnicht das was ich wollte. So übte ich auch nicht einen zu starken Druck aus, warum auch man hatte ja genug Schnur auf der Rolle und der Boden war nicht zuklüftet.Nach ungefähr 10 Minuten machte ich dann meine ersten Schnurgewinne und spürte das mein Gegenspieler etwas nachließ, aber nicht aufgab.

Geraume Zeit verging im Hin und Her, wo ich Ihn aber bis auf 40 m unter dem Boot hatte, spürte ich wie er aufgab, es ging nur unglaublich schwer. Nach ca. 30 min. hatte ich den Dicken an der Oberfläche und ich traute meinen Augen nicht. Man, ist der Leng lang, mein Freund Peter hievte den Riesen ins Boot und dann war der Jubel groß, was für ein Fisch. Den fängt man nur einmal im Leben, 1,71 m und 24 Kg, länger wie der Angelsachse. Drum haben wir Ihn auch mit reichlich Hochprozentigen die letzte Ehre erwiesen. Es wurde aber schon ein Exemplar von 32 Kg und 1,82 m in der Nähe gefangen, man kann sich noch steigern. Wir haben gut gefangen, Kabeljau, Leng und Seehecht waren gut vertreten. Die Pollaks und Köhler waren eher dünn gesät, wir haben nur kleinere Exemplare gefangen. Aber dies schoben die Einheimischen auf das kalte Wetter dieses Jahr.

Wir waren mit den Fischen die wir gefangen hatten rundum zufrieden. Wir fingen Kleine und Kapitale, wobei die meisten Fische sich um die 4 bis 6 Pfund bewegten. Bleibende Erinnerungen bringen natürlich die Großen und seltenen Exemplare. Rundumist zu sagen, das es wunderschöne Tage. Norwegen im Winter ist so eindrucksvoll, das man einfach wiederkommen muss, um seinem Hobby zu fröhnen und neue Energie zu Tanken. Wichtig ist nur die richtige Kleidung, denn bei Null Grad im offenen Boot kommt einem schnell der Frost in die Knochen Ebenfalls sollte man die kürzeste Anfahrt nehmen, da eine lange Fahrt auf verschneiter und kurvenreicher Strecke nicht unbedingt angehm ist.