Stör- und Karpfenangeln in Frankreich
Der Störlake, Domaine de la Vallee
Das erste Mal in Frankreich zum Karpfenangeln.
Die Wahl des Sees ist uns nicht ganz leicht gefallen, denn die Auswahl ist einfach zu groß. So entschieden wir uns für einen See noch im Norden Frankreichs nahe der Ortschaft Vendeuil. Ich hatte einfach keinen Bock 1500 km im Auto zu sitzen, bis hier her waren es ja „nur“ 850 km. Das Navi führte uns direkt an den See, der in einem eingezäunten Gelände liegt. Ich war noch nicht richtig ausgestiegen, da fuhr auch schon ein wild gestikulierender Mann an uns vorbei mit der Aufforderung ihn zu folgen. Er fuhr uns direkt an unsere Stelle und stellte sich vor. George. Der Wächter hier am See. Nachdem er uns alles zeigte (Toilette, Dusche, Kühlschrank, Boot) gab er eine kurze Einweisung über die Regeln hier am See. Als er merkte, dass wir nicht von einem anderen Planeten kamen beendete er das Thema sehr schnell und verabschiedete sich auf eine sehr freundliche Weise.
Nun standen wir am See und hatten die Qual der Stellenwahl, denn wir mussten uns entscheiden wo wir angeln wollten. Noch waren wir alleine am See. So fiel die Entscheidung für eine Stelle mit ziemlich großer Wasserfläche mehreren Inseln, einen kleinen Seerosenfeld und viel Totholz im Wasser. Eigentlich ein Traum. Wir bauten das Camp auf, danach begann die Spotsuche. Ich fand 3 vielversprechende Stellen rund um das Seerosenfeld herum. Das Feld wuchs auf einen Plateau in ca. 0,7 bis 1 Meter Wassertiefe und fiel dann auf 2,5 Meter ab. An den unteren Kanten errichtete ich dann jeweils die Futterplätze. Die anderen Ruten (3 pro Angler sind erlaubt) verteilte ich um die Inseln herum.
Wir hatten es uns gerade gemütlich gemacht und genossen das erste wohlverdiente Bier, da meldete sich der Bissanzeiger, von einer Rute bei dem Seerosenfeld. Der Anschlag saß und ein heftiger Drill begann. Mit einem mächtigen Sprung aus dem Wasser zeigte sich unserer Gegner und wir wussten, mit was wir es zu tun hatten. Stör…. und kein schlechter. Die Waage blieb bei über 11 kg stehen. Das ging in der nächsten Zeit weiter so. Wir hatten mittlerweile 7 Störe gefangen bis über 15 kg und einer Länge von fast 1,40 m aber noch keinen einzigen Karpfen, unseren Zielfisch. Wir fragten uns schon, ob wir irgendetwas überlesen hatten. Auf den Bildern im Internet waren nur Karpfen zu sehen und keine Störe. Also nannten wir den See ab sofort „Störlake“ und genossen die Drills mit diesen schönen Tieren.
Am 3. Tag meldete sich mal wieder eine Rute vom Seerosenfeld. Aber schon der Biss war anders…..Fullrun! Endlich!!! Ein schöner
Spiegler! Es gibt sie doch! Der Faden war gerissen. Wir fingen in der nächsten Zeit (meist nachts) einige schönen Schuppis und Spiegler bis 27 Pf. Jetzt stand es ausgeglichen 7:7. Auch die Ruten um
die Inseln brachten Fisch, bis auf die eine Stelle an den Totholz wo keiner beißen wollte. Nach zwei Tagen war der Spuk vorbei und die Störe kehrten wieder zurück. Es bissen nur Fische rund um das
Seerosenfeld. Sie bauten ihren Vorsprung auf 14:7 aus und machten den neuen Namen des Sees alle Ehre. Zum Wetter ist nicht viel zu sagen. Leider wussten wir nicht, dass im September hier die
Regenzeit ist. Wir hatten von 8 Tagen nur ein Tag mit Sonne.
Fazit:
Es macht Spaß hier zu fischen, alles sehr nette Leute, die sanitären Anlagen sind o.k., man kann seine Lebensmittel kühlen oder mitgebrachte Boilies frosten. Es gibt Strom. Wichtig zum laden des
Akkus vom Bootsmotor. Die Angelplätze sind sauber und sinnvoll angelegt. Auch wenn keine Rekorde gefangen wurden, wenn das Gesamtpaket passt ist das nur Nebenache. Hauptsache es beißt überhaupt
etwas.
Wir waren hier keinen Tag ohne Fisch und das zählt.
Angelsportverein Bad Salzig 1975 e.V.